Taz vom 13.1.05Senat drückt Daumen
PETER NOWAK
Senat drückt Daumen
Polizei verhinderte gestern die spontane Besetzung des Roten Rathauses durch
BewohnerInnen der "Yorck59"
"Kollektive Räume statt Investorenträume" stand auf einem Transparent, mit
dem sich gestern Vormittag etwa 60 Menschen vor dem Roten Rathaus
postierten. Sie wollten auf die drohende Räumung des linken Wohnprojekts
Yorck59 in Kreuzberg aufmerksam machen. Der Konflikt mit dem neuen
Eigentümer und dessen Verwalter hat sich seit Weihnachten zugespitzt (die
taz berichtete): Auf Anweisung des Eigentümers wurden Zwischenwände
hochgezogen und Schlösser ausgetauscht.

Die BewohnerInnen des Projekts fordern eine Lösung mit Unterstützung der
Politik. Eigentlich wollten sie dem Regierenden Bürgermeister ihre
Forderungen persönlich überreichen - ein starkes Polizeiaufgebot sorgte
jedoch dafür, dass sie im Nieselregen ausharren mussten. Nur vier von ihnen
gelang es, das Rathaus zu betreten. Dort sprachen sie mit einem Referenten
Wowereits, der der Presse anschließend aber keine Auskünfte geben wollte.
Der Delegation sagte er lediglich zu, dem Projekt "die Daumen zu drücken".
Draußen wurden per Megafon unterdessen noch einmal Forderungen verkündet:
Der Senat solle einen runden Tisch einrichten und sich für den Verkauf des
Hauses an die BewohnerInnen einsetzen. Weitere Aktionen gegen die drohende
Räumung sind geplant."

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