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Blick nach Rechts 7/2005Überraschungscoup gescheitert Geplantes Zeitungsprojekt für Schüler und Jugendliche ist vorzeitig publik gemacht worden. Jugendarbeit hat in rechten Kreisen einen großen Stellenwert. Doch innerhalb weniger Monate zwei ihrer ehrgeizigen Projekte wurden vorzeitig bekannt. Vor wenigen Monaten war es eine CD mit rechtsextremer Musik, die vor Schulen in ganz Deutschland verteilt werden sollte. Doch die "Aktion Schulhof" war letztendlich heiße Luft. Der Plan wurde bekannt, als die CD noch in der Produktion war. Ein Gericht verbot die Aktion und die CDs dürften jetzt vor allem in der rechtsextremen Szene verbreitet werden. Mitte April sollte eine "Unabhängige Schüler- und Jugendzeitung" unter dem Titel "Independent" bundesweit vertrieben werden. Als Kontaktadresse ist in der Nullnummer ein Pressearchiv in Dresden angegeben. Die Planung war schon recht weit fortgeschritten. Auf ein DIN A5-Format und einen Umfang von 16 Seiten hatte man sich ebenso geeinigt wie auf ein vierteljähriges Erscheinen. Die Zielgruppe waren erklärtermaßen politisch noch indifferente Jugendliche. Deshalb sollte offen rechte Propaganda nur in kleinen Dosen verabreicht werden. Viel Raum sollten dagegen Themen einnehmen, die junge Menschen beschäftigen. Dazu zählt der Umweltschutz ebenso wie eine Kritik an der Mediengesellschaft und Jugendprobleme. Mit der Auswahl des in rechtsextremen Kreises eigentlich verpönten englischen Namens gab man sich ebenso zielgruppenorientiert wie mit der Gestaltung des Titelbildes der Probenummer. Dort prangte die Comic-Kult-Figur "Bernd das Brot". Im Internet wurde daraufhin zur Befreiung von "Bernd das Brot" aus den Händen der Rechten aufgerufen. Doch mehr noch dürften die sich über das vorzeitige Publikwerden des Zeitungsprojekts ärgern. Dabei hatte man im Vorfeld auf Geheimhaltung Wert gelegt. So hieß es in korrekter nationaler Diktion: "Diese E-Post geht ausschließlich an nationale Personen und Gruppen, die uns bekannt sind". Jede "Veröffentlichung in öffentlichen Foren oder Informationsseiten" sei untersagt. Ob das geplante Projekt jetzt weitergeführt wird, ist noch offen. Peter Nowak |