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ND 11.10.04Rote Ampel gezeigt Evangelische Studie zu Nachhaltigkeits-Strategie
Von Peter Nowak Die jüngst von den Umweltverbänden gezogene Halbzeit-Bilanz zeigt, dass der Umweltschutz auch bei Rot-Grün allzu häufig im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder kommt. Auch mit Kritik an der Nachhaltigkeitspolitik - eines der Herzstücke grüner Umweltpolitik - wurde nicht gespart. Vier Mitarbeiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) legten jetzt eine Studie vor, in der sie die deutsche Nachhaltigkeitspolitik unter die Lupe nehmen. Die Forscher halten die 21 Indikatoren, die die Grundlage der offiziellen deutschen Nachhaltigkeitspolitik sind, für nicht ausreichend. Sie schlagen ein alternatives Modell von 69 Indikatoren vor, das umweltpolitische Aspekte in den Vordergrund stellt. Bisher stehen bei der Nachhaltigkeitspolitik die ökonomischen Gesichtspunkte im Mittelpunkt, während umweltpolitische Indikatoren vernachlässigt werden, meinen die Forscher. »So wird der Bereich Abfall nicht berücksichtigt, wodurch der für eine nachhaltige Entwicklung wichtige Aspekt der Kreislaufwirtschaft unter den Tisch fällt. Auch der Aufbau von Umweltmanagement wird nicht angesprochen. Ebenso fehlen die Bereiche Wasser und Wald, die als erneuerbare Ressourcen von großer Bedeutung sind. Dagegen dreht sich der Bereich Ökonomie sehr stark um das Bruttolandsprodukt (BIP), obwohl seit über zwei Jahrzehnten klar ist, dass sich das BIP nicht als Nachhaltigkeitsindikator eignet«, heißt es in der Studie. Über die Hälfte der Indikatoren werden von den Forschern mit einer roten Ampel bewertet, eine gelbe Ampel wird in 14 Fällen vergeben. Nur sieben Indikatoren erhalten eine grüne Ampel. Die Studie »Indikatoren nachhaltiger Entwicklung in Deutschland - Ein alternatives Indikatorensystem zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie« kann für 10 Euro bezogen werden bei FEST, Schmeilweg 5, 69118 Heidelberg, www.fest-heidelberg.de; E-Mail: hans.diefenbacher@fest-heidelberg.de |