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ND 19.11.04Verletzt, dann verurteilt Von Peter Nowak Im Juni 2003 machten Martin Shaw und Gesine Wenzel unfreiwillig Schlagzeilen. Die beiden Globalisierungskritiker hatten mit einer spektakulären Aktion gegen den G8-Gipfel in Evian protestiert. Sie seilten sich von der Autobahnbrücke von Aubonne in der Nähe von Genf ab, um die Zufahrt der Delegation zu verzögern. Die Aktion wurde durch eine brachiale Polizeiaktion beendet. Ein Polizist schnitt das Seil kurzerhand durch, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der beiden Gipfelgegner zu nehmen. Martin Shaw stürzte 20 Meter in einen Bach und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Gesine Wenzel wurde durch die schnelle Reaktion anderer Demonstranten, die das lose Seilende festhielten, vor einem Sturz bewahrt. Am 15. November sind Shaw und Wenzel von der Schweizer Justiz wegen Eingriff in den Straßenverkehr zu Haftstrafen von 20 Tagen verurteilt, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Für die beteiligte Polizei hingegen soll der Einsatz keine juristischen Folgen mehr haben. Das zuständige Gericht im Schweizer Kanton Waadtland stellte die Ermittlungen ein. Die Aktivisten hätten sich bewusst in eine sehr gefährliche Situation begeben, erklärte Untersuchungsrichter Jacques Antenen gegenüber der Schweizer Presse. Dem widersprachen die Betroffenen nach ihrer Verurteilung vehement. Unterstützung bekamen Shaw und Wenzel von Globalisierungskritikern aus vielen Ländern. Aus Italien hat die Mutter des bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in Genua im Sommer 2001 von der Polizei erschossenen Carlo Giulinani Solidarität gezeigt: »Martin und Gesine hatten Glück, aber es muss endlich Schluss sein mit der Immunität der Polizei, bevor noch mehr Aktivisten zu Tode kommen.« Wenzel und Shaw haben angekündigt, dass sie gegen ihre Verurteilung und die Freisprüche der Polizisten Berufung einlegen wollen. |