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Blick nach Rechts 22/04Märkischer Heimatschutz expandiert. "Unseren Kameraden in Berlin steht jetzt das volle Volumen des Märkischen Heimatschutzes (MHS) zu Verfügung", erklärte der aus Eberswalde stammende Gründer und Chef des straff organisierten MHS, Gordon Reinholz. Die Neonazi-Gruppierung hat Mitte Oktober in Berlin eine Filiale gegründet. Das erklärte Ziel: Man versucht der bislang desolaten rechten Hauptstadtszene neues Leben einzuhauchen und selbst davon zu profitieren. Man wolle Propagandamaterial verteilen und sich besonders der Jugendarbeit widmen, wurde angekündigt. Der im November 2001 von Reinholz gegründete MHS zählt mit rund 35 Mitgliedern zu der größten Kameradschaft in Brandenburg. Mit dem "Brandenburger Boten" verfügt man sogar über eine eigene regelmäßig erscheinende Zeitung, die nach der Ausweitung um den "Berliner Boten" ergänzt werden soll. Vor allem in der rechtsextremen Jugendszene Berlins könnte der MHS Anhänger rekrutieren. Schließlich ist bei den rechten Konkurrenten von einem Aufbruch wenig zu spüren. Die NPD hat sich von der Spaltung des gemeinsamen Berlin-Brandenburgischen Landesverbandes im März 2003 bis heute noch nicht erholt. Schon damals haben in Brandenburg, wo die NPD aktuell kaum existent ist, die Kameradschaften davon profitiert. Polizei und Verfassungsschutz beobachten die Entwicklung genau, sehen allerdings die rechtsextreme Berliner Szene nicht vor einem Aufschwung. Dieser Auffassung schließt sich auch Berlins Innensenator Ehrhart Körting an. "Wenn nur die Namensschilder bei den Rechtsextremisten ausgewechselt werden, ohne dass sich die Zugkraft und Mitgliederzahlen erhöhen, ist das kein Grund zu übertriebener Sorge", so Körting in einem Zeitungsinterview zur Expansion des MHS. Ganz so gelassen sieht Bianca Klose von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus die Entwicklung nicht. Sie hält eine Belebung der Berliner Neonaziszene nach den Wahlerfolgen von Sachsen und Brandenburg für denkbar. Peter Nowak |