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ND 17.07.04SPD kämpft im Wahlkampf mit Hartz Die Kandidatin Esther Schröder erklärt ihren Genossen, dass man sich nicht verstecken soll Von Peter Nowak Es ist das alte Lied: Der Beschluss ist angeblich gar nicht so schlecht, die Bürger haben ihn nur nicht richtig verstanden. Offensichtlich denken die Sozialdemokraten in dieser Weise auch über die HartzIV-Gesetze. Jedenfalls liest sich so ein Papier, das SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness per E-Mail an seine Wahlkämpfer verteilte. Das Dokument ist eine Argumentationshilfe aus der Feder der Landtagsabgeordneten Esther Schröder und liegt ND im Wortlaut vor. Die Potsdamerin Esther Schröder kandidiert bei der Landtagswahl am 19. September direkt im Wahlkreis 38 (Lauchhammer, Schwarzheide). Beim Urnengang im Jahre 1999 zog sie noch für die PDS ins Parlament ein. Erst Anfang 2004 wechselte sie zur SPD. Der mit »Liebe Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer« überschriebene Text zu HartzIV war allerdings nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Er sollte parteiintern helfen und offenbar auch den angesichts alarmierender Umfrageergebnisse verzagten Genossen Mut machen. »Keine Angst vor den Fragen zu HartzIV«, rät Schröder in einer Zwischenüberschrift. Sie selbst berate seit einigen Wochen in ihrem Wahlkreis Arbeitslose und informiere dabei über HartzIV. Über 100 Menschen kamen schon. »Ich bin zwar mit sehr viel Unzufriedenheit und Frust konfrontiert, aber viel mehr noch mit Unwissenheit über die Inhalte der Hartz-Gesetze«, berichtet die SPD-Politikerin. Sie fügt hinzu: »Nicht ein einziges Mal wurde ich als Politikerin oder als SPD-Mitglied angegriffen oder beschimpft!« Schröder beklagt, dass bisher immer nur über die negativen Seiten von HartzIV berichtet werde, anstatt darüber zu informieren, dass es für ehemalige Sozialhilfebezieher auch Verbesserungen gebe. Die positiven Seiten sollten stärker herausgestellt werden, regt Schröder an. Wenn es um erlaubtes Einkommen und Vermögen (200 Euro pro Lebensjahr) gehe, bekomme sie oft zu hören: »Wovon sollten Arbeitslose in den vergangenen Jahren solche Ersparnisse ansammeln?« Sie habe in dem Papier nur ihre eigenen Erfahrungen weitergegeben, erklärte Schröder auf Nachfrage. Es gehe ihr nicht darum, die Hartz-Gesetze kritiklos zu verteidigen. Auch sie habe sich an einigen Punkten Änderungen gewünscht. Sie könne auch sehr wohl verstehen, dass Erwerbslosengruppen Sturm laufen. »Ich begrüße jede Kritik, wenn sie mit Fakten untermauert ist«, versicherte Schröder. Kein Verständnis zeigte sie allerdings für das Agieren ihrer ehemaligen Partei PDS gegen HartzIV. Das sei populistisch und solle den Betroffenen nur Angst machen, behauptete sie. Die Wähler könnten durchaus von der Notwendigkeit von Reformen überzeugt werden, wenn sie sozial gerecht gestaltet sind. Dazu müsse die SPD aber selbstbewusster werden. »Die Partei darf sich nicht verstecken. Sie muss mit dem Bürger ins Gespräch kommen.« Die PDS-Landtagsfraktion bekräftigte am Freitag ihre Kritik an Hartz IV. Dieses Gesetz sei sowohl eine sozialpolitische als auch eine arbeitsmarktpolitische Fehlkonstruktion, meinte der arbeitsmarktpolitische Sprecher Wolfgang Thiel. Es öffne das Tor in neue Armutsverhältnisse für viele Brandenburger. |