TAZ vom 11.2.03Zwei Frequenzen frei
Medienanstalt vergibt zwei Rundfunkkanäle. Mit
TwenFM rechnet sich auch ein Freies Radio Chancen aus
Husum, Weimar, Freiburg, Erfurt und Dresden haben wenigstens eine
Gemeinsamkeit - freie Radios. Ihre Existenz als "nichtkommerzielle, lokale
Rundfunkstationen" ist in zahlreichen Landesmediengesetzen festgeschrieben. Doch
ausgerechnet in Berlin nicht, bisher steht der Passus, dass "die Förderung des
nichtkommerziellen Lokalfunks wünschenswert" sei, nur im rot-roten
Koalitionsvertrag. Und so existiert bisher in der Hauptstadt auch kein Freies Radio mit
UKW-Frequenz.

Das könnte sich jetzt ändern. Seit gestern debattiert die Medienanstalt
Berlin-Brandenburg (MABB) über die Vergabe der zwei freien Frequenzen 105,5 und
92,6, nachdem Spreeradio und FAZ-Business-Radio das Handtuch geworfen haben.
Unter den 29 BewerberInnen rechnet sich mit Radio TwenFM auch ein Freies Radio
Chancen aus.

Der Sender begann 1999 als Piratensender in Ostberlin, bevor er sich im
letzten Jahr als Internetradio legalisierte. Nach dem Vorbild des Freien
Sendekombinats (FSK) in Hamburg ist ab Sommer ein Mischsender gemeinsam mit dem
Offenen Kanal geplant. Doch die Konkurrenz ist groß. Dazu zählen ein
deutsch-türkischer Sender, der Kindersender Radio Teddy und das schwul-lesbische Radio
Blu.

PETER NOWAK

[Index] [Nowak] [Thematisch] [vor1999] [1999] [2000] [2001] [2002] [2003]