ND 10.02.03Neue Öko- Interbrigaden
Freiwillige zum Kampf gegen Ölpest gesucht

Von Peter Nowak

Der Untergang des Öltankers »Prestige« erregt in Spanien weiter
Aufmerksamkeit. Tausende Menschen sind im ganzen Land gegen das Missmanagement der
spanischen Regierung auf die Straße gegangen. Die Regierung versucht, die
Umweltorganisationen in der Region mit verschiedenen Tricks politisch mundtot zu
machen. Doch auch auf ökologischem Gebiet sind die Folgen des Unglücks für die
Menschen in der spanischen Provinz Galicien noch lange nicht überwunden. Immer
noch werden Ölklumpen und tote Vögel an der Küste angeschwemmt. Die
freiwilligen Helfer aus ganz Spanien können die Arbeit allein kaum bewältigen, zumal
viele Menschen sich für die Strandreinigung extra Urlaub genommen haben oder
nur am Wochenende Zeit haben.
Die Jugend Umwelt Projektwerkstatt (JUP) aus Bad Oldesloe ruft jetzt zu
einer Art internationaler Umweltbrigaden nach Spanien auf. Fünfzig freiwillige
Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet, vorwiegend Teilnehmer des Freiwilligen
Ökologischen Jahres, sollen der spanischen Vogelschutzorganisation »Sociedad
Española de Ornitología« (SEO) dabei helfen, an den Stränden die Tiere
einzusammeln, die der Ölpest zum Opfer gefallen sind. Die Idee für dieses
Hilfsprojekt hatten zwei Teilnehmerinnen des Freiwilligen ökologisches Jahres aus
Brandenburg, die aber selber keine Kontakte zu spanischen Umweltorganisationen
hatten und »sich deswegen an uns gewandt haben«, meint JUP-Pressesprecherin Sara
Grohe.
Beim JUP war man über die Idee sofort begeistert und nahm Kontakt nach
Spanien auf. Dabei stellte sich heraus, dass dort Helfer dringend benötigt werden.
»Teilweise müssen zum vierten Mal dieselben Stände gesäubert werden und das
Öl muss mit Spachteln von den Felsen gekratzt werden«, so Grohe. Die
Freiwilligen sollen von Strand zu Strand fahren und die ölverschmierten, teilweise
noch lebenden Vögel einsammeln. Für die Hin- und Rückreise soll jeder
Teilnehmer 100Euro bezahlen. Allerdings sind für die Arbeit Schutzanzüge und
Atemschutzmasken notwendig, weil das ausgelaufene Öl giftige Dämpfe verströmt. Die
nicht unerheblichen Kosten dafür will das JUP mithilfe von Spenden aufbringen.
Auch kleine Beiträge sind willkommen und können weiterhelfen, betont Grohe.
Schließlich haben sich schon zahlreiche Personen als freiwillige Umweltarbeiter
gemeldet. Ihre Teilnahme soll nicht an fehlender Schutzkleidung scheitern.

--------------------------------------------------------------------------------
Es wird um Spenden auf das folgende Konto gebeten: Förderverein des
Jugendumweltnetzes e.V., Stichwort: Ölkatastrophe, Konto-Nr. 61948, Raiffeisenbank
Bad Oldesloe, BLZ 23061137.

[Index] [Nowak] [Thematisch] [vor1999] [1999] [2000] [2001] [2002] [2003]