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ND 11.09.03Gemeinsam gegen sozialen Kahlschlag Initiativen bereiten Demo zum 1.November vor
Von Peter Nowak Vor Monaten kündigten DGB-Funktionäre einen »heißen Herbst« an, wenn die Bundesregierung den Soziabbau fortsetze. Solche Töne sind aus dem Gewerkschaftslager kaum noch zu vernehmen. Indes bereiten attac, Erwerbslosen-Initiativen, Sozialforen und die Anti-Hartz-Bündnisse Proteste vor. Am 1.November ist eine bundesweite Großdemonstration in Berlin geplant. Es reicht - alle gemeinsam gegen Sozialkahlschlag« - diese Parole über dem bundesweiten Demonstrationsaufruf entsprach auch der Stimmung vieler Teilnehmer am ersten Vorbereitungstreffen Dienstagabend in Berlin. »Die Angriffe auf die sozialen Sicherungssysteme haben immer neue Namen: Agenda 2010, Hartz, Rürup und jetzt Gesundheitsreform«, erklärte eine Aktivistin. Allerdings sorgt nicht nur die Politik der Bundesregierung für Verärgerung. Auch die DGB-Führung wurde heftig kritisiert. Sie habe sich im Grunde mit dem Sozialabbau längst abgefunden. Zahlreiche Initiativenvertreter monierten, dass die Kritik an den Gewerkschaften, die in ursprünglichen Demo-Aufrufentwürfen noch enthalten war, bei einem bundesweiten Koordinierungstreffen in Hannover gestrichen wurde. Man wolle mögliche Bündnispartner aus den Gewerkschaften nicht unnötig vor den Kopf stoßen, hatte die Begründung gelautet, für die es in Berlin ebenfalls zahlreiche Fürsprecher gab. Zudem gibt es ermutigende Signale von der Gewerkschaftsbasis. Mittlerweile haben die ver.di-Bezirksverbände in Stuttgart und in Berlin sowie der ver.di-Landesverband Rheinland-Pfalz und der DGB Kassel ihre Unterstützung für die Demo zugesagt. Der Koordinierungskreis von attac stellte sich mittlerweile hinter die Aktion am 1.November. Auch eine Vertreterin des PDS-Bundesvorstands sagte in Berlin die Unterstützung ihrer Partei zu. Einige Vertreter von Initiativen betonten allerdings, dass man die Kritik an der von der Berliner PDS mitgetragenen Kürzungspolitik des Senats nicht unter den Tisch fallen lassen könne. Zur Mobilisierung für die Demonstration soll es am 20. Oktober regionale Aktionstage geben. Der Terminwahl soll an den Titel des Gesetzespaketes erinnern: Agenda 2010. Auch Aktionen in und vor Betrieben sind geplant. Spätestens dann wird sich auch zeigen, wie hoch das Widerstandspotenzial ist. So ist noch nicht ganz ausgeschlossen, dass der »heiße Herbst« noch Realität werden könnte.
Infos demnächst unter: www.projektgruppe-agenda2010.de |