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ND 26.11.01Umwelt aufgefallen: »Stürmische Zeiten« Studentische Öko-Gruppen trafen sich in Berlin
Von Peter Nowak
Ende letzter Woche berieten 80 Umweltbewegte aus den Hochschulen unter dem Motto »Berliner Herbststürme - Stürmische Zeiten« beim Bundes-Ökologie-Treffen (BÖT) an der Berliner Humboldt-Uni über ihre Arbeit. Im November 1992 hatte man sich zur Bundeskoordination Studentischer Ökologiearbeit (BSÖ) zusammengeschlossen, um das Umweltbewusstsein auf dem Campus zu fördern. Die Schwerpunkte sind dabei von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. So widmet sich der Ökologiereferent des AStA der Kasseler Gesamthochschule der Etablierung der ökologisches Mensa. Dazu gehört Fleisch aus artgerechter Tierhaltung ebenso wie der Vorrang regionaler Anbieter und die Reduzierung des Energieverbrauchs beim Kochen. Die höheren Preise allerdings schrecken viele Studenten ab. An vielen Hochschulen dreht sich die Umweltarbeit um die Schaffung von Alternativen zum Autoverkehr. Alljährlich wird ein autofreier Hochschultag propagiert, der allerdings von vielen Studenten ignoriert wird. »Die Hochzeit der Umweltbewegung ist vorbei. Das macht sich auch bei der BSÖ-Arbeit bemerkbar«, meint Oliver Stoll vom Referentenrat der Humboldt-Uni. So haben einige ASten die Ökologiereferate wieder abgeschafft und bei der Masse der Studierenden habe genauso wie in der Gesellschaft das Interesse an der Umweltproblematik abgenommen. Stoll sieht aber die Stärke des BÖT darin, dass in ihm immer auch ökologische Initiativen außerhalb des Campus ihren Platz hatten. Der Radikalökologe Jörg Bergstedt von der gerade eingestellten Umweltzeitschrift »Ö-Punkte« gehört dazu. »Vor einigen Jahren in Münster gab es heftige Kontroversen zwischen Befürwortern und Gegnern der Agenda 21 und des gesamten Nachhaltigkeitsdiskurs«, erinnert sich Bergstedt an vergangene BÖT-Treffen. »Im Ergebnis dieser Debatten hat sich das BÖT damals vom Mainstream der Umweltbewegung verabschiedet und wurde damit für unabhängige Ökologen interessant«, so Bergstedt. Tatsächlich zeigte auch die Breite der auf dem Berliner Treffen angebotenen Arbeitskreise und Veranstaltungen, dass man über den Tellerrand der reinen Ökologie zu blicken versteht. So sprach der PDS-Bundestagsabgeordnete und langjährige Verkehrsexperte Winfried Wolf über die rot-grüne Verkehrspolitik, die sich kaum von der ihrer Vorgängerregierung unterscheide. Zuvor widmete sich eine Arbeitsgruppe der Bodenreform in der DDR unter ökologischen Gesichtspunkten. |