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ND vom 4.1.01 Jugendumweltkongress ohne Bewegung > > Den 2. Januar 2001 werden manche Nürnberger noch länger in Erinnerung > behalten. Mitten in der vielbefahrenen Innenstadt gab es plötzlich einen > Stau, > weil eine Gruppe junger Leute die Fahrbahn besetzte. Strassen für > Menschen > statt für die Autos hieß das Motto dieses unangemeldeten Strassenfestes. > "Reclam the Street - Aktionen gibt es in Großbritannien in der letzten > Zeit > häufiger" erklärte ein Aktivist. Nur wenige hundert Meter weiter in der > Kaufhalle war die Konfusion nicht kleiner. Mehrere junge Leute stoppten > ihren mit > Lebensmitteln vollbeladenen Einkaufswagen vor der Kasse. Doch statt die > Waren > auf das Band zu legen, begannen sie mit der Kassiererin eine Diskussion, > über die Unlogik der Geldwirtschaft und dass es doch viel sinnvoller > ist, sich > das zu nehmen, was man zum Leben braucht. Bald mischten sich auch > weitere > Kunden in die lebhafte Debatte ein und im Nu war in der Kaufhalle eine > lebhafte Diskussion im Gange. "Uns war bewusst, das wir mit unserem > Verhalten für > Irritationen sorgen. Aber wir haben unser Ziel erreicht. Wildfremde > Menschen reden auf einmal angeregt miteinander" meinte eine Frau aus > der > Vorbereitungsgruppe der Aktion zufrieden. Eher konventionell ging es > dagegen zur > gleichen Zeit auf dem Nürnberger Markt zu. Mit einem Informationsstand > sollten > Passanten über die Ziele des Jugendumweltkongresses (JUKß) informiert > werden. > "Wir wollten Werbung für den JUKß und die Sympathien der Bürger > gewinnen" > erläuterte ein Mitglied der AG den Sinn der Aktion. > Mit diesen drei unterschiedlichen Aktionen verabschiedete sich der JUKß > von Nürnberg. Über 400 Teilnehmer haben dort in einer Schule eine > knappe > Woche lang über Gentechnologie, Stadtentwicklung und die Bedeutung des > Rohstoffes Wasser auseinandergesetzt. Neben diesen Schwerpunktthemen gab > es auch in > diesem Jahr viele Arbeitsgruppen. Die Palette der angebotenen Themen > reichten > vom Bau eines Nistkastens bis zum Vortrag über den Gefangenenwiderstand > in > der Türkei. Unter dem Dach des JUKß trafen sich noch für einige Tage > Aktivisten aus der Tierrechtsbewegung, die sich einen Kampf für die > Befreiung von > Mensch und Tier auf ihre Fahnen geschrieben haben und auch in linken > Kreisen > nicht unumstritten sind. > Doch nicht alle JUKß-Teilnehmer waren mit dem Ablauf des diesjährigen > Umweltevents zufrieden. Zu grosse Beliebigkeit, zu wenig konkrete > Ergebnisse > wurden bemängelt. Auch sinkende Teilnehmerzahlen werden von den > Kritikern ins > Feld geführt. Während zu den Hochzeiten der Jugendumweltbewegung Mitte > der > 90er Jahre bis zu 1000 junge Menschen zwischen Weihnachten und Neujahr > zum > Treffen kamen, waren es in diesem Jahr knapp 400. Anders in den > Anfangsjahren > ist auch nicht mehr in erster Linie der Umweltgedanke das gemeinsame > Thema. > Eine Kombination von pragmatischer Umweltpolitik und visionären > Zukunftsentwürfen gehörte in den ersten Jahren zu den JUKß-Essentials. > Doch im Laufe von > 8 Jahren haben manche JUKß-Aktivisten der ersten Stunde bei > Nichtregierungsorganisationen (NGO) angedockt oder sich von dem > Politikfeld zurück gezogen. > "Die einstige Jugendumweltbewegung hat sich im Laufe der Jahre stark > aufgesplittert. Wir müssen uns fragen, ob wir in dieser Art überhaupt > noch die > Jugendumweltbewegung repräsentieren" meint auch Susann Helbig. Dieses > Fehlen > einer Bewegung hat die beim JUKß immer schon vorhandene Sehnsucht nach > der > heilen Nische fernab von der realen Welt verstärkt. "Was interessiert > mich all > das Elend in der Welt. Ich muss sehen, dass ich mit mir selbst > klarkomme" > dieses Statement eines jungen Mannes ist gewiss nicht untypisch für > diese > JUKß-Tendenz. Ob der Umwelt-Event nicht langsam an seine Grenzen stößt > wird > schon leise gefragt. Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es in diesem > Jahr > Gelegenheit zur Vertiefung dieser Fragen. Dann findet der 9.JUKß in > Dresden > statt. > > Peter Nowak |