Konferenz gegen die Ostsee-Autobahn A 20

Umweltschützer greifen Grüne im schleswig-holsteinischen Wahlkampf an

Berlin (taz) - "Keine Autobahn A 20 - nur mit uns - Bündnis90/Die Grünen" hieß ein häufig geklebter Slogan im vorigen Landtagswahlkampf von Schleswig-Holstein. Jetzt steht abermals eine Landtagswahl im nördlichsten Bundesland vor der Tür, und wieder macht diese Parole die Runde. Es sind die in einem Bündnis zusammengeschlossenen Gegner der Nordseeautobahn A 20, die den Grünen jetzt die alten Wahlkampfparolen vor die Nase halten.

Sehr zum Verdruss des grünen Umweltministers Rainder Steenblock. Denn die rot-grüne Landesregierung führt im Einklang mit den Bundesverkehrsministerium den Autobahnbau ohne Abstriche fort. Schließlich fällt er in die Kategorie der Transatlantischen Straßennetze, deren Entwicklung nach dem Bedarf der Europäischen Union geplant und mit EU-Geldern gefördert wird.

Auf die Ökopartei sind viele Autobahngegner nicht mehr gut zu sprechen. "Die haben nicht einmal die kleinsten Anstrengungen zur Behinderung des Autobahnbaus unternommen", so die Bilanz des Anti-A 20-Aktivisten Jörn Hartje. Er ist Koordinator einer Aktionskonferenz der A 20-Gegner, die morgen im Jugendzentrum in Lübeck beginnt. Mit dem unter anderem vom Robin-Wood-Bundesvorstand, der Aktionsgemeinschaft "Rettet die Bahn" und verschiedenen Verkehrsinitiativen vorbereiteten Kongress wollen die Umweltschützer die A 20 in der Endphase des Landtagswahlkampfes noch zum Thema machen. Ein Vorhaben, dem die knapp um Fünf-Prozent-Hürde prognostizierten Grünen mit äußerst gemischten Gefühlen entgegensehen.

Gegenwärtig sind die Kongressvorbereiter noch auf der Suche nach hochkarätigen Diskussionspartnern. Schleswig-Holsteins grüner Umweltminister Steenblock hat seine Teilnahme an der Auftakt-Podiumsdiskussion abgesagt.

Peter Nowak

Kontakt:Umweltwerkstatt Lübeck, Willy-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck Tel: 0451/7070646

taz Nr. 6065 vom 11.2.2000

 

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