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ND08.11.08Erste virtuelle Klimakonferenz
Von Peter Nowak
Am Freitag ging die erste weltweite Online-Klimakonferenz zu Ende. Organisiert wurde sie von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Bei der Eröffnung erklärte der Hamburger Umweltstaatsrat Christian Maaß (Grüne), dass in der Klimapolitik staatliches Handeln nicht ausreiche und zivilgesellschaftliche Aktivitäten im großen Stil notwendig seien. »Die Online-Konferenz soll komplexe Diskussionen über den globalen Klimawandel und die Möglichkeiten zum Kampf dagegen ermöglichen, ohne selbst durch die Anreise zahlreicher Delegierter große Mengen Treibhausgase zu produzieren«, so Maaß.
Wer auf die Internetseite www.climate2008.net geht, kann sich die Ergebnisse der viertägigen Konferenz ansehen und anhören. Neben Debattenbeiträgen und Vorträgen finden sich dort verschiedene Videos zum Thema, unter anderem eine Auflistung von Klimaprojekten in aller Welt. Zu hoffen ist, dass diese und andere Teile der Homepage regelmäßig aktualisiert werden. Die Webseite würde damit nicht nur zum Rekapitulieren alter Diskussionen, sondern auch zur Koordinierung von Klimaschutzbestrebungen »von unten« beitragen.
Die Beiträge auf der Seite sind von unterschiedlicher Qualität. Das reicht von soliden wissenschaftlichen Debatten zur Rolle des CO2 bei der Klimaerwärmung bis zu einem eher zweifelhaften politischen Text, der ohne nähere Begründung die Zinswirtschaft zur Mutter aller Probleme, also auch der Klimakrise, erklärt.
Umgekehrt wirkt es merkwürdig, wenn sich große Konzerne wie Daimler als Klimaretter aufspielen können. Immerhin löste dieser Versuch eine lebhafte Auseinandersetzung über den Sinn so mancher Maßnahme im Umweltschutz aus. Doch grundsätzlichere Fragen zur Verantwortung der kapitalistischen Produktionsweise mit ihrer Wachstumsorientierung für den Klimawandel werden nicht gestellt.
Die Organisatoren sind dennoch mit Ablauf und Ergebnissen der Online-Konferenz zufrieden und kündigen für den November 2009 eine zweite Auflage an.