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ND14.03.2008 Ver.di droht Post-Streik an
Streit um Arbeitszeit / Stellenabbau befürchtet
Von Peter Nowak
Die Gewerkschaft ver.di hat ab dem 1. April unbefristete Arbeitsniederlegungen bei der Post angekündigt.
Ein Streik könne nur noch verhindert werden, wenn die Post AG im Streit um Wochenarbeitszeit und Kündigungsschutz einlenkt, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsit- zende Andrea Kocsis am Donnerstag in Berlin. Der Tarifvertrag zum Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen laufe am 31. März ebenso aus, wie einige zeitlich befristeten Regelungen in der Postarbeitszeitverordnung. Sie garantierte für die 55 000 Post-AG-Beamten die 38,5 Stundenwoche. Wird die Regelung vom zuständigen Bundesfinanzministerium nicht verlängert, müssten die Beamten 41 Stunden pro Woche arbeiten.
Die Folgen bekämen nicht nur die Beamten zu spüren. Laut Kocsis ist nur eine Frage der Zeit, bie auch die Angestellten länger arbeiten müssten. Denn nur bei gleichen Arbeitszeiten lasse sich der Dienst von Beamten und Angestellten sinnvoll organisieren. Die Arbeitszeitverlängerung der Beamten könne laut ver.di 5000 Arbeits-plätze kosten. Würde auch die Arbeitszeit der Angestellten verlängert, seien gar bis 10 000 Stellen gefährdet. Angesichts der guten Auftragslage bei der Post AG sei dies ein Skandal, so Kocsis. »Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass es eine Arbeitszeiterhöhung bei der Deutschen Post AG gibt«, gab sich Kocsis bibelfest.
Um konfliktfähig zu sein, hat ver.di die Arbeitszeitverordnung der rund 130 000 bei der Post beschäftigten Tarifkräfte gekündigt. Die Fristenspflicht endet am 1.April. Ein Streik könne so ohne Urabstimmung sofort beginnen. Die Stimmung der Belegschaft sei kämpferisch, so die ver.di-Frau. Auf zahlreichen Betriebsversammlungen sei das deutich geworden. Die Auseinandersetzung um Arbeitszeit und Kündigungsschutz seien für ver.di zentral. Deshalb wurde noch keine konkrete Lohnforderung genannt. Am Dienstag werden Post AG und Gewerkschaft das erste Mal verhandeln.