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ND25.01.2008Protest gegen Studiengebühren in Niedersachsen
Hannover (ND-Nowak). Zwei Tage vor den Landtagswahlen wollen heute Studierende in Hannover erneut gegen die Studiengebühren an den niedersächsischen Hochschulen demonstrieren. Besonders in der Kritik steht die regierende CDU, die bei den letzten Landtagswahlen noch mit dem Wahlversprechen für ein gebührenfreies Erststudium angetreten ist. »Sinkende Studierendenzahlen, eine weitere Zunahme der sozialen Selektivität im Bildungsbereich und eine hohe Verschuldung nach dem Studium« sind nach Meinung des Sprechers des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS), André Schnepper, die Ergebnisse der schwarz-gelben Bildungspolitik.
Allerdings sind die Studierenden auch gegenüber den Versprechungen der Oppositionsparteien skeptisch. So begrüßt René Held vom ABS, dass sich sowohl SPD als auch die Grünen und die Linkspartei in ihren Wahlprogrammen klar für die Abschaffung der Studiengebühren aussprechen. »Ob die drei Parteien dies tatsächlich im Falle eines Wahlerfolgs umsetzen werden, bleibt jedoch abzuwarten. Sollten sie tatsächlich die Wahlen gewinnen, werden wir sie auf alle Fälle an ihr Versprechen zu erinnern wissen«, betont Held.
Nach Umfragen an verschiedenen niedersächsischen Hochschulen nimmt der Zahl der Kommilitonen zu, die einen Boykott der Studiengebühren als »effektives Mittel« zu Abschaffung des Bezahlstudiums sehen. Auf der Demonstration in Hannover wird man sich auch mit den Studierenden solidarisieren, die in Göttingen seit dem 16. Januar einen Seminarraum an der Göttinger Universität besetzt halten. Sie protestieren damit gegen die Kündigung der Räume für ein selbstverwaltetes Café durch die Hochschulleitung.