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Blick nach Rechts24/2008 Fernsehzeitung warnt vor dem „Untergang des Abendlandes“.
Unter dem Motto, „Bücher, die ihnen die Augen öffnen“, wirbt der Kopp-Verlag für seine Produkte. Im aktuellen Sortiment findet sich unter dem Titel „SOS-Abendland“ ein Werk des ehemaligen FAZ-Korrespondenten Udo Ulfkotte, für das in ganzseitigen Anzeigen in der Nummer 44 der in vielen Regionalzeitungen zu findenden Fernsehbeilage „rtv“ geworben wurde. Die Bundestagsabgeordnete der Linken Eva Schröter-Bulling bezeichnete den Text in einer Pressemitteilung als „Aufstachelung zum Religionshass“. Die rhetorische Fragen in dem Text suggerieren, dass in europäischen Ländern 70 Prozent der inhaftierten Straftäter Muslime seien, christliche Kirchen Schutzgeld an Muslime zahlen müssten und schießwütige Muslime sofort und ohne Verfahren auf freien Fuß gesetzt würden. Darüber findet sich die Aussage: „Was schon lange prophezeit wurde, scheint nun finstere Realität zu werden: der Untergang des Abendlandes“.
Buchautor Udo Ulfkotte ging zwar auf Distanz zu dem im September in Köln organisierten Anti-Islamismus-Kongress der „pro“-Köln-Bewegung. Mitte 2007 war er allerdings bei der rechtspopulistischen Wählervereinigung Bürger in Wut in Bremen dabei und war kurzzeitig als Kandidat der christlich-fundamentalistischen „Deutschen Zentrumspartei“ bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen 2008 angekündigt. Am 3. Juni 2007 referierte Ulfkotte neben Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek sowie dem rechten CDU-Dissidenten Henry Nitzsche auf einer Veranstaltung des Instituts für Staatspolitik zum Thema „Ein neues konservatives Programm“.
Kritik äußerte Ulfkotte an den Organisatoren eines islamkritischen Kongresses, die sich klar von rechten Positionen distanzierten und den Mitarbeiter der „Jungen Freiheit“ Rolf Stolz ausluden. „Selbst nach ihrer Lösung von der Moslem-Ideologie scheinen sich einige Vertreter ... immer noch nicht von einem weit verbreiteten Grundsatz der Islam-Ideologie getrennt zu haben: Der Intoleranz gegenüber allen Andersdenkenden.“, so Ulfkotte.
Peter Nowak