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TAZ10.01.2008Sieben Semester günstig U-Bahn fahren
Nach fast einem halben Jahr Verhandlungen einigen sich der AStA der Freien Universität und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg auf die Regelungen für das Semesterticket. Es ist bis 2012 gesichert, wird aber jedes Jahr teurer
Auch in den nächsten Jahren wird es für Studierende an der Freien Universität (FU) die Möglichkeit geben, S-Bahnen und Busse zu günstigeren Konditionen zu nutzen. Der FU-AStA und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) haben sich auf neue Vertragsbedingungen für das Semesterticket geeinigt, das damit bis zum Jahr 2012 gesichert ist. Allerdings wird das Ticket erneut deutlich teurer.
Der Semesterticket-Beauftragte des FU-AStA, Patrick Krause, sieht in der Vereinbarung deswegen einen Erfolg mit Wermutstropfen. Der Vertrag sei ein Ergebnis zäher Verhandlungen gewesen, sagte er am Mittwoch der taz. Das zeige sich schon daran, dass zwischen der studentischen Urabstimmung, bei der Ende Juli mehr als 90 Prozent für eine Beibehaltung des Tickets gestimmt hatten, und der Vertragsunterzeichnung mehr als fünf Monate vergingen. "Der VBB hatte uns nur den Preis mitgeteilt. Auf dieser Basis wurde abgestimmt", so Krause. Ein detaillierter Vertragsentwurf sei dem AStA erst im November zugestellt worden. Heftig gerungen wurde bei den Verhandlungen zwischen den Vertragspartnern über die Preisgestaltung.
Die Regelung sieht nun jährliche Preissteigerungen von etwa 3 Prozent vor. So werden die Kosten für das Ticket im Sommersemester 2008 und Wintersemester 2008/09 genau 154 Euro betragen; in den folgenden beiden Semestern steigen sie auf 158.50 Euro. Ein Jahr später müssen die Studierenden dann 163,50 Euro bezahlen. Im Sommersemester 2011 und Wintersemester 2011/12 liegt der Betrag bei 168 Euro. Zum Vergleich: Eine Monatskarte für Studierende kostet im Bereich AB derzeit 50,50 Euro.
Als weiteren Wermutstropfen bezeichnet Krause, dass es nicht gelungen ist, nach dem Modell der Potsdamer Unis den Geltungsbereich des Semestertickets vom Berliner ABC-Bereich auf den gesamten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg auszudehnen. Auch die Einbeziehung des Brandenburg-Tickets für Berliner KommilitonInnen mit Wohnsitz in Brandenburg sei abgelehnt worden. So können auch künftig BerlinerInnen, die in Brandenburg studieren, ihr Semesterticket für den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg nutzen, während BrandenburgerInnen mit einem Berliner Studienplatz ein zusätzliches Brandenburg-Ticket brauchen.
In der Semesterticket-Koordination aller Berliner Hochschulen fehlt zurzeit die Technische Universität. Der damals konservativ dominierte AStA hatte den Kontakt abgebrochen, so Krause. Nach dessen Abwahl konnte nun Mitte November eine Urabstimmung organisiert werden, bei der sich die überwiegende Mehrheit der Abstimmenden für die Fortführung des Semestertickets aussprach. Nun wird mit dem VBB verhandelt. PETER NOWAK