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TAZ17.10.2008VERSTEIGERUNG GEPLATZT
Die BewohnerInnen der Reichenberger Straße 114 können erst einmal aufatmen. Die für Dienstag geplante Zwangsversteigerung ihres Hauses wurde vom Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg kurzfristig abgesagt. Den Grund wollte die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG als Gläubigerin und Betreiberin der Versteigerung der taz nicht verraten. Die BewohnerInnen des Hauses sehen in der Aussetzung der Versteigerung einen Erfolg ihrer Mobilisierung (taz berichtete). Schon im November letzten Jahres war eine Zwangsversteigerung abgesagt worden. "Wir werden uns weiter gegen die Umstrukturierung im Stadtteils einsetzen", sagte eine Hausbewohnerin. Das gilt auch für das "Carloft", die noblen Eigentumswohnungen in einem neu errichteten Gebäude an der Ecke Liegnitzer Straße/Reichenberger Straße. Potenziellen InteressentInnen wird ein Kauf mit dem Argument schmackhaft gemacht, dass sie ihr Auto direkt auf der Etage parken können. Am Donnerstag protestierten rund 50 AnwohnerInnen mit einer spontanen Straßenparty gegen die Präsentation der bezugsfertigen Lofts. Am 29. November soll außerdem eine berlinweite Demonstration gegen steigende Mieten am Carloft vorbeiziehen.
PETER NOWAK