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ND25.3.08Kritik an der Nato unerwünscht
6 deutsche Antimilitaristen wurde am vergangenen Freitag die Einreise nach Rumänien verweigert.
 Die Gruppe hatte in den vergangenen Wochen eine antimilitaristischen Infotour durch verschiedene osteuropäische Länder organisiert. „Unser Ziel war es, in Tschechien, der Slowakei, Serbien und Rumänien über die Politik der Nato zu informieren und deutlich zu machen und Widerstandsstrategien vorzustellen“, formulierte ein Teilnehmer das Anliegen der Gruppe. Das Interesse sei gut gewesen. Vor allem junge Leute hätten die Veranstaltungen in den verschiedenen Ländern besucht und sich an den Diskussionen beteiligt. 
Rumänien sollte die letzte Etappe der Infotour sein. Die Aktivisten wollten danach an den Protesten gegen den Natogipfel teilnehmen, der vom 2-4. April in Bukarest stattfinden soll.
Daran haben die rumänischen Behörden wohl kein Interesse und hinderten die Natokritiker der Einreise. Am vergangenen Freitag waren die Natokritiker  mit der Fähre vom bulgarischen Vidin in die rumänische Grenzstadt Calafat gefahren, wo  sie von der rumänischen Grenzpolizei in Gewahrsam genommen wurden „Unser  Gepäck und unsere Autos wurden ergebnislos durchsucht. Während der anschließenden 19-stündigen Haft wurden wir weder mit Wasser noch mit Nahrung versorgt“, berichten die Aktivisten. Nach stundenlangen Verhören wurden sie ohne Begründung nach Bulgarien abgeschoben.
Zuvor hatte die rumänische Polizei sämtliche natokritischen Materialien, darunter Flugblätter, Buttons, T-Shirts, Plakate und Filme beschlagnahmt.
Die Aktivisten bezeichnet ihre vorübergehende Festnahme und Ausweisung als  „Bruch europäischer Rechte". Wegen des Natogipfels wwrde die Reise- und Meinungsfreiheit außer Kraft gesetzt, monieren sie. Allerdings wurde in den letzten Jahren vor internationalen Treffen das Schengener Abkommen häufiger außer Kraft gesetzt und vermeintliche Kritiker an der Einreise gehindert. Besonders rigoros wurde vor dem G8-Gipfel in Genua im Jahre 2001 von diesen Beschränkungen Gebrauch gemacht.
Ob die rumänische Regierung auch weiterhin jegliche Proteste gegen den Natogipfel unterdrücken wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Antimilitaristen aus Berlin wollen sich nicht einschüchtern lassen und sogar einen Bus chartern, um sich an den Aktionstagen gegen den Natogipfel in Rumänien zu beteiligen.
 Losgehen soll es am 31. 3. in Berlin, die Rückfahrt ist für den 5.4. anvisiert. Auf der Route von Dresden, Prag, Wien, Budapest und –Bukarest gibt es weitere Zusteigemöglichkeiten. Weiter Infos gibt es auf der Homepage http://contra-doxa.com/.
Peter Nowak