[Index] [Nowak] [2006] [2007] [2008]

ND04.11.2008Brandenburg »Freiräume statt Schlossträume«
Club Spartacus in Potsdams Innenstadt bedroht / Protestdemo am Samstag
Von Peter Nowak
Mehrere Projekte der Jugend- und Alternativkultur in der Potsdamer Innenstadt haben zur Zeit Probleme. So mussten der Jugendclubs Spartacus sein Domizil aufgeben, nachdem der Nutzungsvertrag nicht mehr verlängert wurde. . Auch eine öffentlichkeitswirksame Kampagne der jugendlichen Spartacus-Nutzer konnte den Bestand des Clubs in der Innenstadt nicht sichern. Dabei versuchten sie mit einer Fotoausstellung der Potsdamer Stadtbibliothek zu vermitteln, dass sie den Club als einen Freiraum verstanden, in dem sie sich den Zwängen der Konkurrenz und Kommerz zumindest teilweise entziehen konnten..
Vor einigen Wochen ordnete das Bauamt eine teilweise Sperrung des Archiv an. Die mit Verletzung von Brandschutzbestimmungen begründete Maßnahme gegen den seit 14 Jahren bestehenden Ort alternativer Jugendkultur wurde vor wenigen Tagen wieder aufgehoben. .
Ein Betreiber des Archiv sieht darin einen Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit. Es habe konkrete Pläne der Potsdamer Stadtverwaltung gegeben, das Archiv ganz zu schließen.
Auch der Öffentlichkeitsreferent des AStA der Potsdamer Universität Tamás Blénessy. sieht in den Maßnahmen nicht nur baurechtliche Aspekte. "Jetzt, wo die Sanierung der Speicherstadt zu Gunsten einer hochwertigen Wohnbebauung ansteht, wird urplötzlich
festgestellt, dass für die Veranstaltungsräume noch nicht einmal eine
Baugenehmigung bestand“. Während die Potsdamer Speicherstadt luxuriös umgebaut und mit der Neuerrichtung des Stadtschlosses am Alten Markt Tourismusförderung betrieben werde, sinke für junge Menschen, zu denen auch die über 20.000 Studierenden der Universität zählen, die Attraktivität der Stadt, meint Blénessy in einer Presseerklärung. .
Die AStA-Vorsitzende Claudia Fortunato fordert personelle Konsequenzen und fordert den Rücktritt der Baubeigeordneten Elke von Kuick-Frenz (SPD)
Runde Tische als Lösung?
Eine Sprecherin des Presseamtes der Stadt Potsdam wies die Vorwürfe des ASTA gegenüber ND zurück. Zu einen Rücktritt von Kuick-Frenz (SPD) gäbe es keinen Grund. Die zeitweise eingeschränkte Nutzung des Archivs habe keine politischen Hintergründe. Schließlich diene die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen auch dem Schutz der Besucher.
Zur Zeit würden an 4 Runden Tischen Lösungen für die unterschiedlichen Projekte gesucht. Darauf will sich ein Bündnis linker und subkultureller Initiativen allerdings nicht verlassen. Es ruft für den 8. November zu einer Demonstration unter dem Motto „Freiräume statt Schlossträume“ auf. Sie soll um 14 Uhr am Potsdamer Hauptbahnhof beginnen. Dabei hofft man auchj auf die Teilnahme von Menschen, die sich nicht der subkulturellen Szene zurechnen. Schließlich steht auch das Kulturprojekt Theaterschiff an der Alten Pfarr aus finanziellen Gründen vor der Schließung.