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ND02.06.2008CO2-Freunde machen mobil
Von Peter Nowak
Alle Welt redet von der durch Treibhausgase verursachte Klimaerwärmung. Doch in den USA machen die Retter des CO2 vom rechten Rand der Republikaner mobil. Blogger sorgen für die weltweite Verbreitung ihrer Thesen. So bestreiten in einer Online-Petition mehr als 32 000 Menschen, überwiegend aus dem universiären Bereich, dass von Menschen verursachte Treibhausgas-emissionen jetzt oder in vorhersehbarer Zukunft zu einer »katastrophalen Erwärmung der Atmosphäre« führen werden. Die Unterzeichner sehen vielmehr »genügend wissenschaftliche Beweise«, dass sich CO2 vorteilhaft auf Mensch und Natur auswirkt. Beweise werden dort allerdings nicht präsentiert.
Die Initiative, die nach Angaben von heise.de maßgeblich vom kürzlich verstorbenen Physiker und langjährigen Präsidenten der National Academy of Sciences Frederick Seitz entwickelt wurde, zielt vor allem auf die USA. Die Republikanische Partei soll im anstehenden Präsidentenwahlkampf weiter auf einen strikten Anti-Kyoto-Kurs einschworen werden. Doch diese Initiative ist ein verzweifeltes Rückzugsgefecht der Hardliner in der internationalen Umweltpolitik. Selbst führende Politiker der Republikaner, wie der Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger, profilieren sich als Klimaretter. Bei den Demokraten stehen sowohl Clinton wie Obama für eine Annäherung an die Kyoto-Politik. Jenseits der großen Politik haben sich in den USA schon längst regionale Initiativen zu einer Klimakoalition zusammengeschlossen Sie prägen durch eine geschickte Lobby-Politik auch zunehmend den Klimadiskurs in den USA. Da haben die Skeptiker der Klimaerwärmungsthese wenig Chancen, solange sie nur ihre alten Thesen vom segensreichen Fortschritt wiederholen.
Natürlich gibt es auch unter seriösen Klimaforschern Diskussionen über den konkreten Verlauf der weiteren Klimaentwicklung, auch über mögliche regionale Abkühlungen. Aber anders als bei der Petition der CO2-»Retter« instrumentalisieren sie nicht Wissenschaft für zweifelhafte Politik.