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ND25.06.07 Markenzeichen Vielfalt
Wochenende der linken Literatur im Mehringhof
Von Peter Nowak
Die fünften Linken Berliner Buchtage fanden von Freitag bis Sonntag im Kreuzberger Projektezentrum Mehringhof statt. Die Themenpalette der Veranstaltungen hätte unterschiedlicher nicht sein können.
Der Historiker Ludwig Elm referierte über den deutschen Konservatismus nach Auschwitz, während im Nachbarraum aus einem Buch über die Geschichte der Punkmusik vorgetragen wurde und nebenan Frauke Turm aus ihrem neuesten Kriminalroman las. Jürgen Heiser erinnerte an den US-Journalisten Mumia Abu Jamal, der seit über 25 Jahre in den USA in der Todeszelle sitzt und die ideologiekritische Zeitung Phase 2 lud zur Podiumsdiskussion über den Stalinismus.
Diese Vielfalt ist ein Markenzeichen der Buchtage, die im Jahr 2002 von einem kleinen Kreis von Verlegern und Einzelpersonen erstmals in Berlin veranstaltet wurden. Seitdem wurden sie mit einer Pause im Jahr 2005 zu einem festen Termin am vorletzten Juni-Wochenende.
Neben den zahlreichen Veranstaltungen haben sich in den Räumen des Mehringhofes am Wochenende auch über 30 linke und alternative Buchverlage vorgestellt. »Die Buchtage verstehen sie als eine Möglichkeit, Linken und der alternativen Gegenöffentlichkeit mehr Raum und Aufmerksamkeit zu geben«, umriss ein Mitarbeiter der Vorbereitungsgruppe die Ziele der Buchtage.
Gerade linke Verlage müssen heute oft ums Überleben kämpfen. Durch das Wochenende könnten neue Leserschichten angesprochen werden. Doch manche Verlage klagten über zu wenig Publikum. Das könnte auch an der Auswahl der Veranstaltungen gelegen haben.
So äußerten verschiedene Besucher die Kritik, dass Veranstaltungen zu sozialen Themen in diesem Jahr rar waren. Auch die Titel mancher Veranstaltungen erinnerten stark an Universitätsseminare. Manchen Interessierten fehlten auch Veranstaltungen zu aktuellen Themen. So wurde eine Veranstaltung zum Thema »Die Linke nach G8« kurzfristig abgesagt.
Aber trotz dieser Kritik wurde bei den Veranstaltungen eifrig diskutiert und manche haben sich schon für die Linken Buchtage 2008 verabredet.