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ND04.01.07zeitzeugengeschichte.de

Oft hat Inge Lammel aus Pankow vor Schulklassen über ihre Lebensgeschichte geredet. Doch jetzt kann man sie im Internet unter www.zeitzeugengeschichte.de/ finden, auf einer Seite, die vom Verein »Globale Medienwerkstatt« erstellt worden ist. Auch Werner Eckerts Lebensgeschichte kann man jetzt auf diesen Portal finden. Er kann heute nicht mehr verstehen, wieso er als Jugendlicher einmal der NS-Ideologie verfallen war. Frau Lammel und Herr Eckert sind zwei von vielen Zeitzeugen, die schon auf der Seite aufgerufen werden können. In der nächsten Zeit sollen es noch viel mehr werden. Bei der Vorstellung des Internetprojekts in der Berliner Anne-Frank-Stiftung gab es auch kritische Nachfrage. Könne nicht der verbreitete Eindruck verstärkt werden, dass alle in Deutschland irgendwie Opfer waren, wenn die Biographien von Opfern, Mitläufern und Mittätern des NS-Regimes nebeneinandergestellt werden?
Allerdings fühlen sich die Macher des Zeitzeugenportals eindeutig antifaschistischen und antirassistischen Grundsätzen verpflichtet. Diese Grundsätze sind schon durch die Kooperationspartner des Projekts garantiert. Zu ihnen gehören neben der VVN-BdA Berlin-Pankow e.V., auch die Initiative Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, das Videoprojekt KanalB und das Internetportal Shoah.de. Jugendliche sind aufgerufen, mit Mikro, Aufnahmegerät oder vielleicht sogar Kamera loszuziehen und alte Menschen zu ihren Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus zu befragen.
Den Link finden Sie wie immer unter
www.zeitzeugengeschichte.de

Peter Nowak