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ND01.06.07Theater um Studiengebühren
Bochum (ND-Nowak). Studierende sind oft schwer für eine Arbeit in universitären Gremien zu begeistern. Doch die Theaterfakultät an der Bochumer Ruhr-Universität scheint eine große Ausnahme zu sein. 134 Mitglieder wollen die knapp 400 Studierenden der Theaterfakultät vertreten. Die Universitätsverwaltung wittert deshalb Betrug und beschuldigt die Studierenden, mit ihrem Masseneintritt in die Fachschaft die Studiengebühren unterlaufen zu wollen. Laut Satzung der Universität nämlich führt Gremienarbeit zur Befreiung von den im letzten Jahr eingeführten Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester.
Einem Großteil der Fachschaftsmitglieder war von der Univerwaltung die Gebührenbefreiung zunächst bestätigt worden. Doch dann änderte die Verwaltung ihre Meinung. Die Fachschaften seien Repräsentationsorgane der Studierenden, üblicherweise seien zwischen fünf und zwölf Personen in diesen Gremien aktiv. »Wenn 134 Studentenvertreter gewählt werden, kann man das als Rechtsmissbrauch bezeichnen«, erklärte der Kanzler der Ruhr-Universität Gerhard Möller. Das hatte gravierende Folgen für die Studierenden. Ihre Rückmeldungen und Studienfachwechsel wurden kommentarlos für ungültig erklärt, Semestertickets eingesammelt. Die Studierenden haben jetzt die Gebühr unter Vorbehalt bezahlt, um weiter studieren zu können.
Fachschaftsmitglied Gregor Runge hält es für ausgeschlossen, dass der Zuwachs bei der Fachschaft vor allem wegen der Gebührenersparnis erfolgt sei. Ein Sprecher der Univerwaltung verweist auf ein Angebot der Unirektors, die neun Mitglieder des Fachschaftsvorstands von den Gebühren zu befreien. Darauf wollen sich die Studierenden aber nicht einlassen. So wird wohl das Verwaltungsgericht das letzte Wort haben.