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ND16.07.07Bakterien im Wasser
Klinikum in Fulda kommt nicht zur Ruhe
Das Klinikum im nordhessischen Fulda kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem im Mai Salmonellen zum Tod von zwei Patienten führten, sorgen nun Legionellen im Wasser für einen Skandal im Vorwahlkampf.
Berlin/Fulda (ND-Nowak). Nach den Salmonellen nun die Legionellen – das Klinikum Fulda sorgt für einen hessischen regionalskandal im Vorwahlkampf. Die Bakterien, die für die Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung, verantwortlich sind, wurden bei einer Routinekontrolle im Wasser gefunden.
Obwohl Erkrankungen von Patienten nicht festgestellt wurden, ist die Aufregung groß. Jetzt befasste sich auch der Landtag mit den Ereignissen. »Nach dem Missmanagement in Sachen Salmonellen gibt es einen erneuten Fall von Gesundheitsgefährdung. Da scheint ein Fehler im System vorzuliegen«, sagte der Gesundheitsexperte der SPD, Thomas Spies. Seine Fraktion hat einen Fragenkatalog an Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) gerichtet. Unter anderem wollte die SPD wissen, wann die Stelle eines Hygienefacharztes am Klinikum wieder besetzt werde. Sie war vor zwei Jahren eingespart worden. Mittlerweile hat das Klinikum reagiert und wieder einen Hygieniker eingestellt.
Die Grünen haben als Konsequenz einen Gesetzentwurf vorgelegt, in dem verbindliche Regelungen von der Fachberatung bis zur Hygieneorganisation im Krankenhaus gefordert werden.
Die Linke Offene Liste (OLL), die im Fuldaer Stadtparlament mit einem Sitz vertreten ist, sieht einen engen Zusammenhang zwischen dem gehäuften Auftreten von Bakterien in den Kliniken und einer falschen Sparpolitik diesen gegenüber. Der OLL-Stadtverordnete Günther Maul erklärte, ein Problem mit Legionellen werde am besten dadurch vermieden, dass die Wassertemperatur über 67 Grad liegt. Wenn aber nachts die Umwaelzpumpen abgestellt werden, um Energie einzusparen, könnten sich die Bakterien entwickeln.