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ND14.12.2007Aus heiterem Himmel verhaftet
Von Peter Nowak
Es war ein ungewöhnliches Buch, das die Journalistin Heike Schrader in Berlin am Mittwoch vorstellte – die Aufzeichnungen von Savvas Xiros. Das Mitglied der griechischen Stadtguerilla 17. November war bei einer Bombenexplosion im Mai 2002 verletzt werden. Noch in der Intensivstation wurde er unter Einwirkung bewusstseinsverändernder Medikamente von der Polizei und Staatsanwaltschaft verhört. Diese Aussagen, widerrechtlich zustande gekommen und unter rechtsstaatlichen Maßstäben nicht verwendbar, waren Grundlage für die Verurteilung von Xiros und weiteren 15 Personen zu lebenslänglichen Haftstrafen. Savvas Xiros hat seine Erlebnisse vor und während der Verhöre niedergeschrieben, Schrader übersetzte.
Am Montagabend war Schrader bei ihrer Einreise auf dem Flughafen Köln-Bonn festgenommen, der Haftbefehl dann gegen eine Kaution von 500 Euro außer Vollzug gesetzt worden. Sie wird beschuldigt, von 1996 bis 1998 Mitglied einer terroristischen Vereinigung innerhalb der türkischen Organisation DHKP-C gewesen zu sein. Schrader betont, dass sie sich in dieser Zeit in legalen Solidaritätsorganisationen für politischen Gefangene in der Türkei eingesetzt habe. Seit 2001 werde sie mit Haftbefehl gesucht, heißt es in der Generalbundesanwaltschaft. Schrader: Sie sei in Athen als Journalistin akkreditiert, arbeite für Zeitungen in Deutschland und sei immer erreichbar gewesen. Außerdem habe sie in den letzten Jahren mehrmals Deutschland unbehelligt besucht.