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ND16.03.06»Eine Redaktion, so klein,

dass sie in einem Sessellift Platz fände; ein
Monatsbudget, das andere an einem Tag ausgeben, ein schlichtes Äußeres und
Artikel, die nicht immer leicht zu verstehen sind.« So stellte sich
»Telepolis, das Magazin für Netzkultur« zum 10-jährigen Jubiläum vor. Für
aufgeklärte Netzbewohner gehört Telepolis zum Grundinventar. Christoph
Neuberger vom Münsteraner Institut für Kommunikationswissenschaft:
»Telepolis macht seit zehn Jahren vor, wie man im Internet die Balance hält:
Das Chaos bändigen, die Ordnung stören.«
Hätte es bei der Gründung von Telepolis ein Motto gegeben, würde es so
gelautet haben. Vor 10 Jahren hat der Münchner Philosoph Florian Rötzer
Telepolis gegründet. Der Name einer utopischen Stadt sollte gleichzeitig
eine Metapher für die damals noch ungeahnten Möglichkeiten des Internets
sein. 10 Jahre später haben wir den Internetboom und auch die Krise hinter
uns. Telepolis hat auch allen Unkenrufen zum Trotz überlebt. Das Magazin
erhielt immer mehr Preise und Anerkennung für das entschiedene Eintreten für
die Freiheit der Information und die Ablehnung jeglicher Überwachung und
Zensur im Internet und darüber hinaus. Gerade nach den Anschlägen vom 11.
September 2001 und der darauf folgenden Sicherheitshysterie war Telepolis
eine wichtige Stimme gegen den Abbau der Freiheiten.
www.telepolis.de
Peter Nowak