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ND 17.05.06Wohnungen in der Rigaer geräumt Bewohner planen Demo und »juristische Schritte« gegen Eigentümer | Von Peter Nowak Ein großes Polizeiaufgebot hatte am Dienstag das Areal um die Rigaer Straße 94 in Friedrichshain abgesperrt. Die Polizei sei gerufen worden, um eine handwerkliche Maßnahme des Hausbesitzers Suitbert Beulker abzusichern, erklärte ein Polizeisprecher ND. Für die Bewohner stellte sich diese Maßnahme allerdings in anderen Licht dar. "Gegen 10.30 Uhr brach Beulker mit mehreren Bauarbeitern flankiert von der Polizei mehrere Wohnungen im Vorderhaus der Rigaer Straße 94 auf und wollte die Möbel ausräumen", berichtete ein Augenzeuge gegenüber ND. Den Bewohnern wurde schließlich erlaubt, das Inventar selber weg zu schaffen. Im Anschluss begann Beulker gemeinsam mit den Bauarbeitern eine Mauer zwischen den acht geräumten Räumen und den übrigen Haus aufzubauen. Der Hausbesitzer ließ erklären, bei der Maßnahme handelte es sich um eine vorher angekündigte Wohnraumbesichtigung, bei der illegal besetzter Wohnraum geräumt worden sei. Die Bewohner erklärten hingegen gegenüber ND, die Aktion sei für sie völlig überraschend gekommen. Eine Ankündigung zur Wohnraumbesichtigung habe sie nie erreicht. In einer Presseerklärung verwiesen sie darauf, dass sich der Privatkrieg von Suitbert Beulker gegen die Bewohner der Rigaer Straße 94 schon mehrere Jahre hinziehe und dass der Hausbesitzer keinen Zweifel daran gelassen hat, den gesamten Gebäudekomplex zu räumen . So hatte er im letzten Jahr sogar einen Wachtdienst beauftragt, alle Besucher des Hauses zu kontrollieren. Auch die juristische Grundlage der Wohnungsräumung stellen die Bewohner infrage. Sie verweisen darauf, dass Beulker im Juli 2005 schon einmal mehrere Räume im Vorderhaus der Rigaer Straße 94 räumen ließ. Nachdem er von den Bewohnern wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verklagt wurde, erklärte ein Richter die Räumung mehrerer Räume im Vorderhaus für unrechtmäßig, weil sie schon mehr als ein Jahr bewohnt worden seien und daher erst ein Räumungstitel erwirkt werden müsse. Daraufhin händigte uns der Gerichtsvollzieher einen Schlüssel für die Räume aus", erklärte eine Bewohnerin gegenüber ND. Trotzdem ließ Beulker die Wohnung jetzt wieder räumen. Nach Protesten der Bewohner, die auch den juristischen Beschluss vorweisen konnten, wurde ein Raum von der Räumung ausgenommen. Nach Meinung der Polizei gelte der gerichtliche Beschluss nur für ihn. Diese Frage dürfte demnächst noch die Gerichte beschäftigten. Die Bewohner zumindest haben schon angekündigt, dass sie sich mit ihren Anwalt beraten und juristische Schritte prüfen. Daneben planen sie Bewohner für die nächsten Tagen eine Protestdemonstration gegen die Maßnahme des Hausbesitzers. |