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Blick nach Rechts 6/2006Rückzugsraum Peter Nowak Neues "Nationales Zentrum" in Hessen Der Ortsteil Hoch-Weisel bei Butzbach zwischen Frankfurt und Gießen machte in den vergangenen Monaten zunehmend - unerfreuliche - Schlagzeilen. Mitten in dem kleinen Ort haben sich führende Aktivisten der Freien Nationalisten Rhein/Main niedergelassen. Zunächst war es nur eine Wohngemeinschaft jüngerer Leute. Doch als die vor den Fenstern Überwachungskameras installierten, begannen sich die Anwohner zu fragen, was die neuen Mitbewohner im Schilde führen. Zumal nach Aussagen von Nachbarn vor allem an den Wochenenden immer viel Besuch aus dem Bundesgebiet aufkreuzt. Bald wurde klar, dass hier ein neues "Nationales Zentrum" der Kameradschaftsszene entstehen sollte. "Die Wohngemeinschaft der 'Freien Nationalisten Rhein-Main' schafft sich hier eine so genannte befreite Zone", hieß es in einer Sendung des "Hessischen Rundfunks". Zu den Bewohnern gehören die führenden Kader Marcel und Janine Wöll, Maximilian Elser und Christian Müller. Nach Angaben von regionalen Antifa-Gruppen sind sie in der Vergangenheit unter anderem durch das Abstrafen von Aussteigern aus der rechten Szene und Angriffe auf nichtrechte Jugendliche bekannt geworden. Wöll ist auch als Redner auf Neonazi-Demonstrationen hervorgetreten. Es besteht enger Kontakt zur hessischen NPD und deren Jugendorganisation. Das Anwesen in Hoch-Weisel soll als rechter Ruheraum dienen, wo Seminare und Strategietreffen der rechten Szene abgehalten werden. In der Vergangenheit scheiterte die Etablierung eines rechtsextremen Zentrums in Nidderau an Mietstreitigkeiten, aber auch am Gegendruck der Einwohner des Ortes. Auch in Hoch-Weisel ist es mit dem Rückzugsraum längst vorbei. Die regionalen Medien berichteten über das Anwesen. Bürgerinitiativen gegen Rechts gründeten sich vor Ort und Ende Januar gab es die erste Demonstration gegen das Zentrum. Auch die Polizei hat ein Auge auf das Treiben geworfen. Ende Oktober 2005 wurde bei einer Razzia gegen Neonazis im Rhein-Main-Gebiet auch das Zentrum in Hoch-Weisel durchsucht. |